Gründungszeit

GRÜNDUNGSZEIT DER FEUERWEHR UND DIE ERSTEN 25 JAHRE

 

Aus handschriftlichen Dokumenten im örtlichen Archiv geht hervor, dass es bereits im Jahre 1880 und schon früher in Hochdorf ein geordnetes Löschwesen gegeben hat.
Hiervon zeugen zwei Rapportzettel von den Rottenführern der 3. und 4. Rotte (Züge) die jeweils 32 Namen samt Berufsbezeichnung enthalten.
 

Die Überschrift der Rapportzettel lautet wie folgt:

 

Hochdorf

Oberamt Horb

Am 9. Mai 1880

III. Rotte Spritzenmannschaft

 

darunter folgen die Namen der jeweils 32 Mann.

Es müssen folglich mindestens 4 Rotten bestanden haben, was einer Personenzahl von ca. 120 Mann entsprechen würde.

Am 24. November 1885 wurde beim Hochdorfer  Gemeinderat und dem damaligen Schultheißen August Konrad Walz – Wagner, Waldmeister und Gemeinderat auf Initiative des damaligen Schullehrers Eduard Zahn ein Antrag auf Gründung einer Freiwilligen Feuerwehr gestellt.
Dieser Antrag wurde am 9. Juni 1886 an das Oberamt Horb weitergeleitet und im Gemeinderatsprotokoll so niedergeschrieben. In einem Schreiben vom Oberamt Horb vom 10. Juli 1886 wird dieses lobenswert befürwortet und auf den Kohlhammerverlag in Stuttgart verwiesen, bei welchem Ausbildungshefte und Satzungsvordrucke erhältlich seien.

 

Im selben Jahr ließen Gottlieb Daimler und Karl Benz ihre Motorwagen patentieren.

 

Somit wurde 1886 eine Organisation gegründet, die bis in die heutige Zeit Bestand hat und die schon viele Jahre vorher ohne offiziellen Namen ihren Mitbürgern bei Bränden zur Seite stand.
Eduard Zahn übernahm bei der Gründung das Amt des Kommandanten, welches ein Jahr später von Anton Gutekunst, Steinhauer, übernommen wurde.
 
Dieser bekleidete dieses Amt bis ins Jahr 1897. In seiner Amtszeit half die Hochdorfer Wehr bei Großbränden in Bildechingen, wo am 17. August 1891 vier Häuser abbrannten, sowie 1896 in Eutingen. Über Brände in Hochdorf aus dieser Zeit ist nichts bekannt.
Zu dieser Zeit hatte Hochdorf ca. 1050 Einwohner, davon leisteten ungefähr 130 Männer ihren Feuerwehrdienst. Diese wurden im Brandfall durch das Läuten der Kirchenglocken und die Signale der Hornisten alarmiert.

Für die Kleidung hatte jeder selbst zu sorgen und nur der Stab, die Zugführer und die Mitglieder im Steigerzug erhielten Feuerwehrhelme. Die Kleidung wurde zuhause aufbewahrt.
Die Gerätschaften der Feuerwehr waren in einer Garage im damaligen Schul- und Rathaus untergebracht. Hier lagerten die Löschkarren, Handdruckspritzen, Leitern, Schläuche, Laternen und diverses Werkzeug. Jeder Hausbesitzer musste Löscheimer bereithalten und im Brandfall in einer zu bildenden Eimerkette mithelfen das Wasser zur Brandstelle zu schaffen. Wo Kandeln vorhanden waren und die Lage der Brandstelle dies zuließ, wurde das Löschwasser in diesen zur Brandstelle transportiert.

Damals wurde das Wasser aus einem der drei Löschteiche entnommen. Der letzte dieser Löschteiche, der auch als Viehtränke benutzt wurde, war die „Wette“ am jetzigen Infopunkt an der Kreuzung Beethovenstraße / Altheimer Straße. Dieser wurde bis Mitte 1960 benutzt und im Zuge des Straßenausbaus zugeschüttet.

Am 19. April 1897 wurde Gottfried Walz, Steinhauer und Gemeinderat zum neuen Kommandanten gewählt, zu seinem Stellvertreter wurde Johannes Walz berufen. Ausserdem wurden die Führer der fünf Züge gewählt.

Es waren dies:

Zug 1: Robert Vogt
Zug 2: Johannes Walz
Zug 3: Johann Platz
Zug 4: Heinrich Katz
Zug 5: Karl Katz

1907 übernahm Robert Vogt, Gipser, die Verantwortung für die Hochdorfer Wehr.
Am 19. August 1908 wurde die Wehr in den Nachbarort Vollmaringen gerufen, um die dortige Feuerwehr zu unterstützen. Hierzu muss man sich vorstellen was es damals hieß, die Nachbarwehren beim Löschen von Bränden zu unterstützen. Sämtliche Gerätschaften mussten mit Pferdegespannen dort hin transportiert werden. Im Vergleich zu damals sind wir heute innerhalb von fünf Minuten in Vollmaringen.
Da um die Jahrhundertwende in Hochdorf die Wasserleitung auf- und ausgebaut wurde, konnte das Löschwasser nun schon mittels Standrohren nahe der Brandstellen entnommen werden, was zu einer erheblichen Erleichterung für die Wehrmänner wurde und natürlich eine riesige Zeitersparnis bedeutete.
1911 ist die Feuerwehr Hochdorf 25 Jahre alt, im selben Jahr wird der VfL Hochdorf gegründet.

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