Nächste 50 Jahre

DIE NÄCHSTEN 50 JAHRE

1911 – 1961

 

Am 1. März 1912 wurde Friedrich Haizmann, Steinhauer aus dem Schietingerweg (jetzige Pforzheimer Straße) zum Kommandanten gewählt. Dessen Stellvertreter wurde Wilhelm Eberhard, Steinhauer. In diese Amtszeit fiel der Ausbruch des ersten Weltkrieges. Die Zahl der Mitglieder ging stark zurück. In den Jahren 1917 und 1918 übernahm wieder Robert Vogt die Leitung der Wehr. 
Am 19. April 1919, der Krieg war zu Ende, wurde die Führung der Wehr neu gewählt und aus der Freiwilligen Feuerwehr eine Pflichtfeuerwehr. Friedrich Katz, Steinhauer wurde zum neuen Kommandanten gewählt. Ihm folgte am 21. Juni 1920 Christian Schmelzle, Steinhauer.
Im April 1923 wurde Adolf Götsche, Architekt und Wasserbautechniker neuer Wehrführer. Das Land hatte harte Zeiten hinter sich, doch es ging  langsam aufwärts. Am 25. März brannte das Anwesen von Philip Single, Schreiner in der Göttelfinger Straße, vollständig ab. Am 16. Juli brennt die Scheune von Christian Roller nieder.
Die Feuerwehr erarbeitet eine neue Feuerwehr- satzung, welche am 1. Juni 1926 vom Oberamt Horb genehmigt wurde. In dieser wurde unter anderem die Mannschaftsstärke, die Aufgliederung der einzelnen Züge, die Voraussetzung zur Aufnahme sowie die Beendigung des Dienstes geregelt. Die Feuerwehr bestand aus:

Stab:

Feuerwehrkommandant, Stellvertretender Kommandant, Kassierer, Trommler, 3 Hornisten, 2 Elektriker, Spritzenmeister, Geräteverwalter, Kammerverwalter zugleich Sanitäter.

1. Zug (Steigermannschaft)
   1   Zugführer
   2   Gruppenführer
   12 Mann
   4   Steiger

2. Zug (Hydrantenmannschaft)
   1   Zugführer
   2   Gruppenführer
   24 Mann

3. Zug (Spritzenmannschaft)
   1   Zugführer
   2   Gruppenführer
   14 Mann

4. Zug (Wachmannschaft)
   1   Zugführer
   3   Gruppenführer
   18 Mann


Am 18. Juli 1926 feierte die Hochdorfer Wehr ihr 40-jähriges Jubiläum verbunden mit dem Bezirksfeuerwehrtag. Zu diesem Anlass trat die ganze Wehr in Uniform vor der Kirche zum Fototermin an.
1930 übernahm Wilhelm Katz, Steinhauer, das Amt des Kommandanten. Im Mai kam es im Gasthaus Adler zu einem Kaminbrand. Im August brannte es in der Brauerei in der Horber Gass. Das alte Schul- und Rathaus wurde abgebrochen und an gleicher Stelle neu aufgebaut. Im August 1932 kam es im Polierraum der Möbelschreinerei Metzger in der Schietinger Straße zu einem Brand. Zu diesem Zeitpunkt betrug die Mannschaftsstärke wieder 130 Mann. 
1933 wird Karl Platz neuer Kommandant.

In Berlin erfolgt die Machtübernahme Hitlers.

1935 wurde die Feuerwehr samt der örtlichen Feuerlöscheinrichtungen durch den Feuerlöschinspektor des Oberamtes Horb inspiziert. Die Wasserversorgung wurde für die örtlichen Belange als gut bezeichnet.

Am 8. Mai 1936 kam es zu Neuwahlen der Feuerwehrführung:
Kommandant: Wilhelm Eberhard, Schneider
Stv. Kommandant: Adolf Götsche, Architekt 
Schriftführer und Kassier: Richard Fuchs
Gerätewart: Otto Stetter, Schmiedemeister
Zu diesem Zeitpunkt bestand die Hochdorfer Feuerwehr 50 Jahre.

In Berlin fand die Olympiade statt. Heinrich Focke entwickelt den ersten flugfähigen Hubschrauber.

Aus politischen Gründen wurde in der Folge der Kommandant vom örtlichen Parteifunktionär der NSDAP seines Amtes enthoben. Auf Forderung des Oberamtes Horb musste er aber wieder eingesetzt werden, da sonst keiner die Ausbildung für diese Position vorweisen konnte. Außer dieser Notiz liegen aus der Zeit des Nationalsozialismus keine weiteren Aufzeichnungen vor. Zahlreiche Wehrmänner waren zum Kriegsdienst eingezogen worden. Am 17. April 1945brannten durch Fliegerbomben die Gebäude von Wilhelm Vogt, Steinhauer und Friedrich Renz, Landwirt.  Am 24. Oktober brannte die Scheune von Straßenwart Karl Katz in der Göttelfinger Straße bis auf die Grundmauern nieder. Die Fahne der Hochdorfer Wehr wurde von den französischen Besatzern mitgenommen. Von diesen wurde Kurt Walz, Steinhauer als Kommandant eingesetzt.
Im Jahr 1946 kaufte die Gemeinde eine Magirus Einheitskraftspritze TS 8 bei der Firma Kurz in Dornstetten zum Preis von 2100 Reichsmark.
1948 wird ein Tragkraftspritzenanhänger TSA von der Firma Metz aus Karlsruhe zum Preis von 1721,96 Reichsmark käuflich erworben.
Am 27. November 1951 kam es um 00.30 Uhr bei Emil Vogt, Zimmermann in der Göttelfinger Straße im Obergeschoss zu einem Brand, welcher schnell gelöscht werden konnte. Nach diesem Brand monierte Kommandant Walz die Alarmierung mittels Kirchenglocken. Von vielen Kameraden wurden diese nicht gehört. Sie kamen deshalb nicht zum Einsatz. Aufgrund dieser Tatsache forderte er vom Gemeinderat die Beschaffung einer Sirene. Diese wurde 1952 beschafft und auf dem Rathausdach installiert. Der dazugehörige Feuermelder wurde neben der Eingangstür angebracht. Ab diesem Tag konnte die Sirene, durch Einschlagen der Glasscheibe und Betätigen des Auslöseknopfs des Feuermelders, ausgelöst werden.
Am 14. März kam es im Sägewerk Walz an der Schietinger Straße zu einem Kabelbrand in der Sägehalle, der jedoch schnell gelöscht war. Im Dezember desselben Jahres brannte im Haus des Bäckers Paul Renz in der Altheimer Straße die Kücheneinrichtung.
1954 beschafft die Feuerwehr eine neue Tragkraftspritze TS 8/8 mit einem VW Industriemotor von der Firma Ziegler. Diese versah ihren Dienst bis 1990 und steht nun aus Platzmangel in der Nagolder Feuerwache. An Heiligabend 1955 kam es durch zündelnde Kinder bei Gotthilf Nonnenmacher in der Gartenstraße (jetzt „Im Steig“) auf der Bühne zu einem Brand, der zum Glück früh bemerkt wurde und schnell eingedämmt werden konnte. Es verbrannten lediglich ein paar Kleidungsstücke.
1956 wurde eine neue Feuerwehrsatzung erstellt. Bei den im selben Jahr stattfindenden Wahlen wurde Kurt Walz erneut wiedergewählt. Sein Stellvertreter wurde Helmut Katz, Schreiner der spätere Vorstand des Schützenvereins Hochdorf. Am 14. Januar 1959 fuhr die Wehr nach Vollmaringen zur Überlandhilfe bei dem Brand des Wohnhauses Miller.
1960 wurde bei der Hochdorfer Wehr eine Kameradschaftskasse eingeführt, diese bekam von der Gemeinde eine jährliche Zuwendung in Höhe von 600 DM. Kurt Walz wurde zum Brandmeister (Leutnant) befördert. Zu dieser Zeit bestand die Feuerwehr noch aus ca. 35 Mann. Der Tragkraftspritzenanhänger musste noch mit dem Traktor zur Einsatzstelle gezogen werden.